Freundeskreis Busecker Schlosspark

Freundeskreis Busecker Schlosspark e.V.

1750 bis 1850



1754 übernimmt Gottlieb von Nordeck zur Rabenau das Schloss und führt umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten durch. Der Westflügel wird umgebaut, der Südflügel mit schlichter Fassade, aber bereits mit Erkern versehen, ergänzt und der bestehende Turm integriert. Die Zufahrt führt über eine neugebaute, zweibogige Steinbrücke über den Graben durch ein Tor im Südflügel in den Innenhof des Schlosses, wo sich der Haupteingang befindet. Über der Tordurchfahrt weist das Wappen auf die Bewohner und Bauherren bzw. Geldgeber von Nordeck zur Rabenau und von Minnigerode hin, später wird es auf die Innenhofseite verlegt. Ein Zaun umgibt den direkten Schlossbereich .

Vor dem Westflügel wird ein Ziergarten mit Orangerie angelegt, im östlichen Bereich ein Nutzgarten bewirtschaftet: um 1780 wird ein barocker Lustgarten, über eine Aufzugsbrücke des Westflügels erreichbar, und ein großer Obstgarten erwähnt. Aber auch außerhalb des Schlossbereiches werden nach wie vor Äcker, Wiesen und Gärten bewirtschaftet. Die Erzeugnisse des Gartens dienen vor allem der Versorgung der Bewohner aber auch dem Verkauf an die Dorfbewohner. Auch das Eingangstor an der Ernst-Ludwig-Straße ist im barocken Stil gestaltet.

Eine Darstellung aus dem beginnenden 19. Jahrhundert zeigt die vor dem Südflügel mit Mauern befestigten tiefen Burggräben. Die Gräben sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig mit Wasser gefüllt, Wasserläufe verbinden Gräben und Teiche .
 
Obst- und Gemüseanbau wird entlang der östlichen Seite des Grundstückes betrieben, schwerpunktmäßig bereits im Gebiet der späteren Gärtnerei. Die Orangerie an der Mauer zur heutigen Ernst-Ludwig-Straße, zeitgemäß mit einem Portikusportal versehen, wird für die Sammlung und Überwinterung exotischer Pflanzen und Südfrüchte genutzt. An dieser Seite befindet sich der Ziergarten, sicherlich auch mit einem Springbrunnen und mit geometrisch angelegten Wegen und Beeten ergänzt. Laut der genannten Darstellung prägen nur sehr wenige große Gehölze an den Giebelseiten den Garten, darunter auch ein Nadelbaum am Westflügel.
Der Gutshof wurde stets verpachtet, teilweise zusammen mit Flächen aus dem südlichen Bereich des Parks. Dieser wird unabhängig von den Bewohnern des Schlosses die gesamte Zeit und ganzjährig bewirtschaftet. Genaue Festlegungen regeln die Abgaben und Dienstleistungen der Pächter an die Schlossherren.

Aus dieser Zeit des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert stammen wenige noch existierende Bäume, beispielsweise im Zufahrtsbereich, in den Burggräben, entlang der nördlichen Grundstücksmauer sowie die Lindenallee entlang der Teiche, von welcher heute bereits einige Bäume fehlen. Warum an dieser Stelle eine solche Allee angelegt wurde, wohin sie führte, ob sich an deren Ende möglicherweise noch Gebäude oder Einrichtungsgegenstände befanden, ist nicht bekannt.
Quelle: Parkpflegewerk Großen-Buseck Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege Hessen Wiesbaden, erstellt von der Biebertaler Planungsgruppe, Seiten 7 bis 10

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Zeichnung des Barocktores (links) und Darstellung des Schlosses auf einer Tasse (rechts)

Vor dem Schloss sind auf der Tasse aus dem beginnenden 18. Jahrhundert die Mauern der Grabenbefestigungen und links davon die Orangerie zu erkennen. Die Fassade des Südflügels ist noch schlicht gestaltet, das Wappen ist auf der Außenseite des Tores angebracht. Quelle der Abbildungen: Noppes: Das Schloss in Großen-Buseck