Freundeskreis Busecker Schlosspark

Freundeskreis Busecker Schlosspark e.V.

Um 1900



Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Schloss umgebaut, die Remise errichtet und auch der Park neu gestaltet. Auf diese Zeit geht das heutige Aussehen in seiner Grundstruktur zurück. Anhand von Bildmaterial aus dieser Zeit lässt sich auch auf eine bereits bestehende Gestaltung und Nutzung als Park schließen. Der Park ist nahezu komplett von einer knapp ein bis über zwei Meter hohen Natursteinmauer umgeben und mit Eisentoren und –zäunen abgeschlossen. Die Topografie des Parks wird vor allem durch die teilweise noch vorhandenen Schlossgräben bestimmt, die in die Gartengestaltung integriert sind.

In einem Reiseführer von August Roeschen aus dem Jahr 1912 wird der Park als sehenswerte Gartenanlage erwähnt, er scheint also den damals üblichen Vorstellungen von Parkanlagen zu entsprechen und enthält eine Vielzahl typischer Ausstattungselemente.

Hinweise auf die Gestaltung des Parks zum Anfang des 20. Jahrhunderts durch Bild-material, mündliche Aussagen und alte Gehölze lassen eine Untergliederung in vier Bereiche zu, die jeweils auch unterschiedlichen Nutzungen dienten:

Der Zufahrtsbereich zur Schlossanlage im Westen des Grundstückes mit Tennisplatz und Remise zur rechten und einer dichten Bepflanzung zur linken Seite;
Der aufwändig gestaltete Ziergarten vor dem Westflügel mit Pflanzbeeten, Spazierwegen, Springbrunnen, Rosenpflanzungen, Laubengang und Sitzplätzen;
Der Burghofgarten im Osten als parkähnlicher Bereich mit vorwiegend Laubbäumen, Wegen, Sitzplätzen und Obstgehölzen; sowie
Der Nutzgartenbereich und die Gärtnerei im Süden des Grundstückes.

Der Besucher wird vom eisernen Tor in der Ernst-Ludwig-Straße (ehemals Steinstraße) über einen mit Läuferreihen aus Naturstein befestigten Weg vorbei an der Remise geleitet und erreicht das Schloss nach knapp 100 Metern von Süden über eine Steinbrücke über die ehemaligen Schlossgräben. Die von Bewuchs freigehaltene Südfassade ist die aufwändig gestaltete Schauseite mit unterschiedlichen Erkern, Giebeln und Fenstern und einer Toreinfahrt in den Innenhof. Die Westfassade, der ältere Teil des Schlosses, ist hingegen schlichter gehalten, dient aber auch nicht der Repräsentation. Auch über den Gutshof ist das Schloss zu erreichen. Durch den Abriss der Aufzugsbrücke und den Bau der Freitreppe wird der Grundstein für die Gestaltung der Westseite gelegt. Hier wird auf Grundlage eines barocken Gartens der Zierbereich des Landschaftsparks angelegt. Durch eine dichte Gehölzbepflanzung ist dieser Bereich zur Grundstückszufahrt hin abgeschirmt.

Entlang der Mauer zur Ernst-Ludwig-Straße wird auf dem Standort einer ehemaligen Orangerie ein etwa drei Meter breiter und hoher und etwa 55 Meter langer Laubengang errichtet, der durch Laternen beleuchtet wird. Er wird mit zahlreichen Rosen bepflanzt, zwischen Mauer und Laubengang stehen zusätzlich Stauden, in den 1930er Jahren vor allem Kokardenblumen (Gaillardia), darüber hinaus ist die Mauerkrone in diesem Bereich mit Efeu berankt. Sein Aussehen ändert sich im Laufe der Zeit mehrfach. Anfänglich aus Holz, wird er später durch mit Holzlatten abgedeckten und mit schmalen Holzlatten verkleideten Metallbögen ersetzt. Auf etwa 80 cm Höhe werden die Bögen durch einen Handlauf aus Holz verbunden. Später stehen nur noch die eisernen Bögen ohne jegliche Holzverkleidung. Seinen Beginn etwa auf Höhe des Mammutbaumes markiert eine Gleditschie, seinen durch den Verlauf der Mauer bedingten Knick eine mehrstämmige Ulme und am Ende steht eine Kastanie. Der Laubengang endet etwa auf Höhe der Freitreppe. Die Holzkonstruktionen und –verkleidungen müssen regelmäßig repariert, gestrichen und Teile ausgetauscht werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Ernst-Ludwig-Straße sind Gärten angelegt, auch Obstbäume sind auf Fotografien zu sehen, die Flächen gehören jedoch nicht zum Schloss. Vom Laubengang ist daher ein freier Blick in die umgebende Landschaft mit Hohe- und Attenberg, die vorbeiführende alte Handelsstraße sowie auf Gärten möglich.

schlosspark013004
Rosen-Laubengang von der Steinstraße gesehen (heute Ernst-Ludwig-Straße)

In der Verlängerung der Freitreppe im Abstand von gut 30 Metern wird Ende des 19. Jahrhunderts ein Springbrunnen mit einem Durchmesser von zehn Metern erbaut bzw. erneuert. Dieser aus Tuffsteinen gemauerte und verputzte Brunnen mit einer Randhöhe von ca. 50 cm muss regelmäßig gestrichen werden. Mittig ist in einem Stoß Feldsteinen eine Fontäne installiert. Umgeben ist er von Rosen und Stauden, an die sich eine Rasenfläche anschließt. Er stellt das Zentrum dieses Familiengartens dar und wird auch von den Hunden der Herrschaft und Enten als Badegelegenheit genutzt. Ein Rundweg im Abstand von etwa zehn Metern zum Brunnen trifft auf das Ende des Rosenbogens.

schlosspark013003
Ansicht von Schloss und Springbrunnen von Westen

Zahlreiche Wege, Sitzmöglichkeiten und Blumenbeete werten diesen Schmuckgarten auf. Runde Hügelbeete mit Sommerblumen und Staudenflächen zu beiden Seiten der Freitreppe und des Weges zum Springbrunnen zeigen hier eine geometrische und aufwändige Gestaltung. Entlang des Rundweges um den Springbrunnen sind zur Brunnenseite Rosen-Hochstämme mit Stauden als Bodenbewuchs und zur anderen Seite Stauden gepflanzt. Hinzu kommen Bananenstauden, zahlreiche Kübel mit Grünpflanzen und Hochstämme auf der Einfassung der Freitreppe sowie diverse Ausstattungselemente. Um eine Hängeesche ist eine Baumbank aufgestellt. Eine Sonnenuhr, eine aus Stein gehauene, im Durchmesser etwa 50 cm große Schale steht auf einem Sockel und befindet sich direkt am Weg südlich des Springbrunnens.

Die Wege sind hier teilweise mit behauenen Natur- oder Feldsteinen und teilweise durch niedrige, geschnittene Hecken eingefasst und mit Sand bzw. Feinkies abgedeckt. Die Bepflanzung setzt sich aus unterschiedlichen Laubbäumen, aber auch einigen Nadelgehölzen zusammen. Vor der Freitreppe befindet sich ein runder Platz, weitere Sitzplätze und Lauben vor allem im westlichen und nördlichen Gartenbereich dienen der Familie als privaten Aufenthaltsbereich.

Gartenmöbel im Biedermeier-Stil stehen an vielen Stellen des Gartens und werden im Winter im Obergeschoss der Remise gelagert. Nur während des Ersten Weltkrieges werden auch vor dem Westflügel Gemüse und Kartoffeln angebaut, um die Versorgung der Bewohner sicher zu stellen und zusätzlich Gemüse auf dem Markt verkaufen zu können. Anschließend werden die Flächen jedoch wieder als Schmuckgarten gestaltet.

Der Blick von der Freitreppe über Springbrunnen und Laubengang geht frei über Gärten und Obstwiesen in die Landschaft. Vor der Mauer verläuft der alte Handelsweg und der Welsbach. Die direkte Sicht auf die Straße in das Grundstück wird durch die Mauer verhindert. Da das Grundstück aber höher gelegen ist, sind Ausblicke beispielsweise von der Freitreppe, dem Laubengang oder dem Eiskeller aus Straße und Umgebung möglich.
Wege führen in der Fortsetzung vom Rundweg um den Springbrunnen sowie durch den Schlossgraben in den nördlichen Bereich des Gartens. Dieser wird durch zahlreiche unterschiedliche Laubbäume geprägt, von denen hin und wieder einer gefällt, das Holz verkauft oder verarbeitet und neue nachgepflanzt wurden.

An der Grundstückmauer im Norden stehen zahlreiche große Kastanien. Der Nordgiebel des Flügels ist dicht bewachsen, Unterwuchs wird aber regelmäßig beseitigt. An der breiten Unterführung des Wasserlaufes findet sich rechts des Weges ein Rosenpavillon auf einer achteckigen Grundfläche, eingefasst durch einen Sandsteinsockel. Diese mit dünkelgrüner Farbe bestrichene Eisenkonstruktion mit einem Durchmesser von knapp vier Metern ist mit zahlreichen, vorrangig weißen Rosen bewachsen. Fünf eiserne Bänke sind an den Rändern angebracht, der Boden ist mit Klinkern gepflastert. Unterhalb, mit Blickrichtung zum Schloss ist an der Böschung ein Steingarten mit unterschiedlichen Gesteinsarten und einigen Stauden sowie Sommerblumen angelegt. Ein Weg führt vorbei am Steingarten zur Freitreppe des Schlosses.
   
Der Wasserlauf des Parks, eine Abzweigung des Welsbaches, speist die beiden Teiche im Süden, dient der Bewässerung des Grundstückes und zeitweise auch der Fischzucht. Einige Meter vom Sitzplatz weiter nach Norden steht in der Nähe des Wasserlaufes zwischen großen Natursteinen ein hölzerner, mit Rindenplatten verkleideter Pavillon mit einem Steintisch in der Mitte. An ihm sitzt ein ebenfalls hölzerner, hellgrau gestrichener Einsiedel auf einer Bank mit aufgeschlagenem hölzernen Buch, gen Osten schauend. Das Dach des runden Pavillons mit hohem, über das Dach hinausragenden Portal und einem Tor aus schmalen Holzleisten ist mit kleinen Schieferplatten gedeckt, der Boden mit rotem Klinker befestigt.
 
Ein Pfad führt mittels Trittplatten und einem leichten Geländer über den Wasserlauf in Richtung Osten zum Eiskeller. Hier wird das im Winter gewonnene Eis der Teiche zur Kühlung von Lebensmitteln im Sommer gelagert. Auf dem Hügel des Eiskellers steht ein Rindenpavillon aus 16 naturbelassenen Stämmen auf Steinsockeln und einem Strohdach , von dem der Blick über die Mauer in die Landschaft und auf die vorbeiführende Straße möglich ist. Vom Eiskeller führt ein Weg entlang der Grundstücksmauer in etwa ein bis drei Metern Abstand, vorbei an einem kräftigen Baum in der Nordostecke, nach Osten zum Tor Trauerweg/ Beuerner Weg und weiter nach Süden bis zur Gärtnerei, wo er in einem kleinen Rundweg um eine Kieferngruppe, vor allem aus Schwarzkiefern endet.

Pasted Graphic
Einsiedelfigur


Mitte des 19. Jahrhunderts wird das Schloss umgebaut, die Remise errichtet und auch der Park neu gestaltet. Auf diese Zeit geht das heutige Aussehen in seiner Grundstruktur zurück. Anhand von Bildmaterial aus dieser Zeit lässt sich auch auf eine bereits bestehende Gestaltung und Nutzung als Park schließen. Der Park ist nahezu komplett von einer knapp ein bis über zwei Meter hohen Natursteinmauer umgeben und mit Eisentoren und –zäunen abgeschlossen. Die Topografie des Parks wird vor allem durch die teilweise noch vorhandenen Schlossgräben bestimmt, die in die Gartengestaltung integriert sind.

In einem Reiseführer von August Roeschen aus dem Jahr 1912 wird der Park als sehenswerte Gartenanlage erwähnt, er scheint also den damals üblichen Vorstellungen von Parkanlagen zu entsprechen und enthält eine Vielzahl typischer Ausstattungselemente.

Hinweise auf die Gestaltung des Parks zum Anfang des 20. Jahrhunderts durch Bildmaterial, mündliche Aussagen und alte Gehölze lassen eine Untergliederung in vier Bereiche zu, die jeweils auch unterschiedlichen Nutzungen dienten:

Der Zufahrtsbereich zur Schlossanlage im Westen des Grundstückes mit Tennisplatz und Remise zur rechten und einer dichten Bepflanzung zur linken Seite;
Der aufwändig gestaltete Ziergarten vor dem Westflügel mit Pflanzbeeten, Spazierwegen, Springbrunnen, Rosenpflanzungen, Laubengang und Sitzplätzen;
Der Burghofgarten im Osten als parkähnlicher Bereich mit vorwiegend Laubbäumen, Wegen, Sitzplätzen und Obstgehölzen; sowie
Der Nutzgartenbereich und die Gärtnerei im Süden des Grundstückes.

Der Besucher wird vom eisernen Tor in der Ernst-Ludwig-Straße (ehemals Steinstraße) über einen mit Läuferreihen aus Naturstein befestigten Weg vorbei an der Remise geleitet und erreicht das Schloss nach knapp 100 Metern von Süden über eine Steinbrücke über die ehemaligen Schlossgräben. Die von Bewuchs freigehaltene Südfassade ist die aufwändig gestaltete Schauseite mit unterschiedlichen Erkern, Giebeln und Fenstern und einer Toreinfahrt in den Innenhof. Die Westfassade, der ältere Teil des Schlosses, ist hingegen schlichter gehalten, dient aber auch nicht der Repräsentation. Auch über den Gutshof ist das Schloss zu erreichen. Durch den Abriss der Aufzugsbrücke und den Bau der Freitreppe wird der Grundstein für die Gestaltung der Westseite gelegt. Hier wird auf Grundlage eines barocken Gartens der Zierbereich des Landschaftsparks angelegt. Durch eine dichte Gehölzbepflanzung ist dieser Bereich zur Grundstückszufahrt hin abgeschirmt.

Entlang der Mauer zur Ernst-Ludwig-Straße wird auf dem Standort einer ehemaligen Orangerie ein etwa drei Meter breiter und hoher und etwa 55 Meter langer Laubengang errichtet, der durch Laternen beleuchtet wird. Er wird mit zahlreichen Rosen bepflanzt, zwischen Mauer und Laubengang stehen zusätzlich Stauden, in den 1930er Jahren vor allem Kokardenblumen (Gaillardia), darüber hinaus ist die Mauerkrone in diesem Bereich mit Efeu berankt. Sein Aussehen ändert sich im Laufe der Zeit mehrfach. Anfänglich aus Holz, wird er später durch mit Holzlatten abgedeckten und mit schmalen Holzlatten verkleideten Metallbögen ersetzt. Auf etwa 80 cm Höhe werden die Bögen durch einen Handlauf aus Holz verbunden. Später stehen nur noch die eisernen Bögen ohne jegliche Holzverkleidung. Seinen Beginn etwa auf Höhe des Mammutbaumes markiert eine Gleditschie, seinen durch den Verlauf der Mauer bedingten Knick eine mehrstämmige Ulme und am Ende steht eine Kastanie. Der Laubengang endet etwa auf Höhe der Freitreppe. Die Holzkonstruktionen und –verkleidungen müssen regelmäßig repariert, gestrichen und Teile ausgetauscht werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Ernst-Ludwig-Straße sind Gärten angelegt, auch Obstbäume sind auf Fotografien zu sehen, die Flächen gehören jedoch nicht zum Schloss. Vom Laubengang ist daher ein freier Blick in die umgebende Landschaft mit Hohe- und Attenberg, die vorbeiführende alte Handelsstraße sowie auf Gärten möglich.

In der Verlängerung der Freitreppe im Abstand von gut 30 Metern wird Ende des 19. Jahrhunderts ein Springbrunnen mit einem Durchmesser von zehn Metern erbaut bzw. erneuert. Dieser aus Tuffsteinen gemauerte und verputzte Brunnen mit einer Randhöhe von ca. 50 cm muss regelmäßig gestrichen werden. Mittig ist in einem Stoß Feldsteinen eine Fontäne installiert. Umgeben ist er von Rosen und Stauden, an die sich eine Rasenfläche anschließt. Er stellt das Zentrum dieses Familiengartens dar und wird auch von den Hunden der Herrschaft und Enten als Badegelegenheit genutzt. Ein Rundweg im Abstand von etwa zehn Metern zum Brunnen trifft auf das Ende des Rosenbogens.

Zahlreiche Wege, Sitzmöglichkeiten und Blumenbeete werten diesen Schmuckgarten auf. Runde Hügelbeete mit Sommerblumen und Staudenflächen zu beiden Seiten der Freitreppe und des Weges zum Springbrunnen zeigen hier eine geometrische und aufwändige Gestaltung. Entlang des Rundweges um den Springbrunnen sind zur Brunnenseite Rosen-Hochstämme mit Stauden als Bodenbewuchs und zur anderen Seite Stauden gepflanzt. Hinzu kommen Bananenstauden, zahlreiche Kübel mit Grünpflanzen und Hochstämme auf der Einfassung der Freitreppe sowie diverse Ausstattungselemen- te. Um eine Hängeesche ist eine Baumbank aufgestellt. Eine Sonnenuhr, eine aus Stein gehauene, im Durchmesser etwa 50 cm große Schale steht auf einem Sockel und befindet sich direkt am Weg südlich des Springbrunnens.

Die Wege sind hier teilweise mit behauenen Natur- oder Feldsteinen und teilweise durch niedrige, geschnittene Hecken eingefasst und mit Sand bzw. Feinkies abgedeckt. Die Bepflanzung setzt sich aus unterschiedlichen Laubbäumen, aber auch einigen Nadelgehölzen zusammen. Vor der Freitreppe befindet sich ein runder Platz, weitere Sitzplätze und Lauben vor allem im westlichen und nördlichen Gartenbereich dienen der Familie als privaten Aufenthaltsbereich.

Gartenmöbel im Biedermeier-Stil stehen an vielen Stellen des Gartens und werden im Winter im Obergeschoss der Remise gelagert. Nur während des Ersten Weltkrieges werden auch vor dem Westflügel Gemüse und Kartoffeln angebaut, um die Versorgung der Bewohner sicher zu stellen und zusätzlich Gemüse auf dem Markt verkaufen zu können. Anschließend werden die Flächen jedoch wieder als Schmuckgarten gestaltet.

Der Blick von der Freitreppe über Springbrunnen und Laubengang geht frei über Gärten und Obstwiesen in die Landschaft. Vor der Mauer verläuft der alte Handelsweg und der Welsbach. Die direkte Sicht auf die Straße in das Grundstück wird durch die Mauer verhindert. Da das Grundstück aber höher gelegen ist, sind Ausblicke beispielsweise von der Freitreppe, dem Laubengang oder dem Eiskeller aus Straße und Umgebung möglich.
Wege führen in der Fortsetzung vom Rundweg um den Springbrunnen sowie durch den Schlossgraben in den nördlichen Bereich des Gartens. Dieser wird durch zahlreiche unterschiedliche Laubbäume geprägt, von denen hin und wieder einer gefällt, das Holz verkauft oder verarbeitet und neue nachgepflanzt wurden.

An der Grundstückmauer im Norden stehen zahlreiche große Kastanien. Der Nordgiebel des Flügels ist dicht bewachsen, Unterwuchs wird aber regelmäßig beseitigt. An der breiten Unterführung des Wasserlaufes findet sich rechts des Weges ein Rosenpavillon auf einer achteckigen Grundfläche, eingefasst durch einen Sandsteinsockel. Diese mit dünkelgrüner Farbe bestrichene Eisenkonstruktion mit einem Durchmesser von knapp vier Metern ist mit zahlreichen, vorrangig weißen Rosen bewachsen. Fünf eiserne Bänke sind an den Rändern angebracht, der Boden ist mit Klinkern gepflastert. Unterhalb, mit Blickrichtung zum Schloss ist an der Böschung ein Steingarten mit unterschiedlichen Gesteinsarten und einigen Stauden sowie Sommerblumen angelegt. Ein Weg führt vorbei am Steingarten zur Freitreppe des Schlosses.
   
Der Wasserlauf des Parks, eine Abzweigung des Welsbaches, speist die beiden Teiche im Süden, dient der Bewässerung des Grundstückes und zeitweise auch der Fischzucht. Einige Meter vom Sitzplatz weiter nach Norden steht in der Nähe des Wasserlaufes zwischen großen Natursteinen ein hölzerner, mit Rindenplatten verkleideter Pavillon mit einem Steintisch in der Mitte. An ihm sitzt ein ebenfalls hölzerner, hellgrau gestrichener Einsiedel auf einer Bank mit aufgeschlagenem hölzernen Buch, gen Osten schauend. Das Dach des runden Pavillons mit hohem, über das Dach hinausragenden Portal und einem Tor aus schmalen Holzleisten ist mit kleinen Schieferplatten gedeckt, der Boden mit rotem Klinker befestigt.
 
Ein Pfad führt mittels Trittplatten und einem leichten Geländer über den Wasserlauf in Richtung Osten zum Eiskeller. Hier wird das im Winter gewonnene Eis der Teiche zur Kühlung von Lebensmitteln im Sommer gelagert. Auf dem Hügel des Eiskellers steht ein Rindenpavillon aus 16 naturbelassenen Stämmen auf Steinsockeln und einem Strohdach , von dem der Blick über die Mauer in die Landschaft und auf die vorbeiführende Straße möglich ist. Vom Eiskeller führt ein Weg entlang der Grundstücksmauer in etwa ein bis drei Metern Abstand, vorbei an einem kräftigen Baum in der Nordostecke, nach Osten zum Tor Trauerweg/ Beuerner Weg und weiter nach Süden bis zur Gärtnerei, wo er in einem kleinen Rundweg um eine Kieferngruppe, vor allem aus Schwarzkiefern endet.

Der Hauptweg vom Rosenpavillon führt ebenfalls nach Osten zu einem Denkmal, welches dem Ober-Stallmeister und Kammerherrn des Hessischen Großherzogs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Ferdinand von Nordeck zur Rabenau gewidmet wurde. Der breite Sockel wird aus Londorfer Steinen gebildet, ebenso die Einfassung des in einem Halbkreis von ca. zwei Metern Durchmesser angelegten Beetes davor, welches mit Sommerblumen bepflanzt wird. Die dahinter stehende alte Eiche wird durch eine niedrige Lebensbaum-Hecke eingefasst.

Gegenüber dem Denkmal findet sich im Abstand von wenigen Metern zum Weg ein weiterer Sitzplatz, befestigt mit einer Packlage aus kleinen Basaltsteinen und einer Deckschicht aus feinem Kies, eingefasst durch ein beranktes Geländer und mit einem Durchmesser von ca. fünf Metern. Daneben liegt der Wäscheplatz, von dem ein Pfad mit Trittplatten über den Wasserlauf zum Innenhof und zur Schlossküche führt. Vom Sitzplatz führt ein Kiesweg an der Oberkante der Böschung in Richtung Süden.

Dieser nun folgende östliche Teil des Gartens wird durch seine großzügige Anlage mit großen Laubbäumen und Obstbäumen geprägt. Entlang der östlichen Grundstücksmauer ist Spalierobst angepflanzt. Neben üblichen heimischen Bäumen wie Ahorn, Fichte und Buche stehen seltenere Arten und Zuchtformen im Garten, wie Robinie, Esskastanie und Hemlock-Tanne. Die Gehölze sind mit kleinen ovalen Porzellanschildchen markiert, auf denen der deutsche und botanische Name stehen. An Obstgehölzen finden sich laut mündlicher Aussagen auf der Wiese in diesem Bereich vorzugsweise Apfelbäume, beispielsweise die Sorten ´Gravensteiner` und ´Schöne von Nordhausen`. Der Weg teilt sich in einen schmalen Weg direkt zum Tor am Beuerner Weg, ein breiterer biegt nach Süden ab und führt in Richtung Gutshof bzw. der Teiche. Auf halber Höhe kreuzt ein weiterer Weg. Kommend vom Sitzplatz am Denkmal führt er vorbei an einem grottenähnlichen Freisitz, über die große Wiese, um eine Pflanzgruppe aus rotem und weißem Flieder,Bauernjasmin und Krüppelrüster.

Der Freisitz mit nahezu drei Metern Durchmesser und einer Bank liegt in der Böschung des Grabens und ist mit einer maximal ein Meter hohen Mauer gegen diese befestigt und nur über einen kleinen Pfad zu erreichen. Dieser geschützte Platz ist vom Park nicht einsehbar, ermöglicht aber den Blick auf den Innenhof. An der Wegekreuzung findet sich laut mündlicher Aussage ein weiterer, kleiner, nicht befestigter oder umzäunter Sitzplatz.

Etwa 30 Meter weiter teilt sich der Weg an einer großen Fichte und führt einerseits in den Gutshof, dessen Tore aber in der Regel verschlossen sind, andererseits nach links abbiegend zu den Teichen. Da der Gutshof stets verpachtet wird, ist ein ständiger Zugang nicht nötig und wird vor allem zur Erbringung der vereinbarten Dienstleistungen und Materialabgaben genutzt. Der Gutshof umfasst mehrere Scheunen und Ställe, die Zehntscheune, das Juden- bzw. Gärtnerhaus, das Pächterhaus sowie kleine, zugehörige Beetflächen ganz im Süden des Grundstückes. Der Hof selbst ist teilweise durch Pflaster befestigt, in seiner Mitte befindet sich der große Mistplatz. In den Ställen werden Pferde, Kühe, Schweine, Schafe und Hühner gehalten.

Die Schlosspark-Wiese vor dem Wirtschaftshof ist im Frühjahr mit zahlreichen Anemonen bedeckt. Der Zaun zum Graben ist von Bewuchs frei, die gesamte Hoffläche wird als Wirtschaftsfläche genutzt. Nur auf der Schlossseite wird der Zaun durch Gehölze verdeckt.

Ein schmaler Weg führt um den großen Teich, der mit Seerosen und gelben Iris bewachsen ist. Die Teiche sind durch einen schmalen Wasserlauf verbunden, den man mittels einer weißen Holzbrücke überqueren kann. Später wird der Überlauf gefasst und der entstandene schmale Weg zwischen den Teichen mit einem Geländer gesichert. Zum kleinen Teich hin steht ein dicht mit Eiben umwachsenes Entenhaus.

Die tiefhängenden Weiden und weitere große Laubgehölze erschweren einen ungehinderten Zugang zum Teich, so dass an der westlichen Seite des großen Teiches die Halbinsel als Badeplatz genutzt und hergerichtet wird. Das Ufer wird an einer kleinen Stelle mit Kacheln befestigt und ein Badehäuschen aus Holz und mit Zinkdach direkt am Wasser und mit Steg errichtet.
Ebenfalls auf der Halbinsel befindet sich ein Ablauf für die Feuerwehr zur Brandbekämpfung im Schloss. Der Teich kann mit einem Boot befahren werden und im Winter wird er zum Eislaufen genutzt. Im Süden läuft er verrohrt ab, kommt neben dem Gärtnerhaus wieder an die Oberfläche und fließt offen weiter ins Dorf durch den Brandweiher hindurch in die von Osten kommenden Wieseck. Die Rückfront des Gutshofes entlang der Teiche ist mit Gehölzen dicht bewachsen.

Der Weg führt östlich der Teiche als Lindenallee weiter nach Süden zur Gärtnerei, zuvor biegt ein weiterer Weg nach Osten ab zu einer Kieferngruppe. Rechts des Weges steht eine dichte Pflanzgruppe aus Haselsträuchern. Diese stellt die Grenze zum Gemüsegarten dar, eine bauliche Trennung zwischen Gärtnerei und Park existiert nicht, die Nutzungen gehen ineinander über. Hinter den Kiefern ist die hier über zwei Meter hohe Mauer auf etwa 20 bis 30 Metern gekalkt und für die Berankung mit Weinstöcken mit Drähten bespannt. Davor stehen die Bohnenstangen und eine Hütte zur Aufbewahrung der Strohmatten und zahlreicher Gartengeräte sowie etwas weiter südlich eine kleine Fliedergruppe.

In der Gärtnerei wird auf großflächigen Beeten Gemüse, Obst und Blumen für die Be-wohner, aber auch zum Verkauf angebaut, des Weiteren finden sich Obstbäume und verschiedene Beerensträucher. In einem etwa 15 Meter langen Gewächshaus mit angeschlossenem Heizhaus werden Gemüse und Sommerblumen angezogen. Die Bewässerung der Beete erfolgt mittels Wasserleitungen aus dem großen Teich, später wird eine Pumpe an der südlichen Spitze des Teiches installiert. An Obstgehölzen sind hier vorzugsweise Birnbäume, darüber hinaus aber auch Kirschen und Pfirsiche sowie ganz im Süden auch Himbeeren angepflanzt. Auch außerhalb des Parkbereiches, beispielweise am Trauer- und Beuerner Weg, werden Gärten und Obstwiesen betrieben. Für die Bewirtschaftung der Gärten ist seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein Gärtner angestellt, der in einem Haus südlich der Teiche, dem ehemaligen Judenhaus, wohnt. Dieses ist durch einen Drahtzaun vom Gemüsegarten abgetrennt. Im Obergeschoss des Gärtnerhauses wohnt einige Jahre auch die Gemeindeschwester, eine Tochter des ehemaligen Gärtners.

Über den Gutshof erreicht man wieder den Zufahrtsbereich. Der Innenhof ist nur zeitweise durch eine Brücke mit dem Schlosspark verbunden. Über die Steinbrücke, deren Geländer, ebenso wie der Sockel der Fassade und die Toreinfahrt durch Kletterpflanzen berankt sind, gelangt man durch die Tordurchfahrt des Südflügels in den Hof. Dieser ist mit zahlreichen Kübelpflanzen geschmückt, die im Winter im Gewächshaus untergebracht werden. Auch eine alte Fruchtpresse ist reich bepflanzt mit Farnen und Sommerblumen. Hier führt auch der Hauptzugang in das Schloss. Die Kapelle am Ende des Südflügels ist von der Durchfahrt aus zu erreichen. An der Wand zur Kapelle befindet sich ein Brunnen, davor sind Tisch und Stühle aufgestellt. Auch an der gegenüberliegenden Seite steht eine Sitzbank mit großen Blumenkübeln umgeben.

Am Ende des Westflügels hat die Küche ihren separaten Ausgang in Richtung Wäscheplatz und Eiskeller. Am Graben sind einige Lebensbäume und Sträucher gepflanzt. Große Einzelbäume stehen im Graben und geben dem Hof seinen Innenhof-Charakter, die Sohle wird regelmäßig gemäht, nur im Bereich der Zufahrtsbrücke ist sie zu beiden Seiten dichter mit Gehölzen bepflanzt. Hier finden sich verstärkt auch Nadel-gehölze wie Fichten und Kiefern, den Innenhof umgeben verstärkt Laubgehölze, auch eine Trauerweide ist hier zu finden. Der Blick in den Garten ist möglich, beispielsweise auf die Pflanzgruppe aus Flieder und Bauernjasmin auf der großen Wiese, die einzigen Blütensträucher des Parks. Ansonsten bilden nur die Sommerblumenpflanzungen und Blumenkübel Farbtupfer.

Die Remise dient der Unterbringung der Kutschen und Pferde, zeitweise haben auch Hühner ihr Quartier hier. Im Obergeschoss wird das Obst bis zum Verkauf und im Winter die Gartenmöbel gelagert. Vor dem Gebäude sind rechts und links des Eingangs ovale Blumenbeete angelegt. Direkt südlich wird Ende des 19. Jahrhunderts ein Tennisplatz mit einer Decke aus rotem Ziegelsand angelegt. Entlang der Mauer ist er mit Platanen und mit einem hohen Drahtzaun eingefasst. Hier finden auch Feste statt, zu denen die Kinder des Dorfes eingeladen werden. Die Böschung zur Zufahrt ist ebenfalls mit Zaun und Gehölzpflanzungen gesichert , ebenso auf der anderen Seite der Zufahrt zum Garten hin. Neben unterschiedlichen Laubgehölzen stehen hier auch hohe Nadelbäume.

Die Familie hat zu dieser Zeit ihren Hauptwohnsitz in Darmstadt, hält sich aber oft, vor allem während der Sommermonate in Buseck auf und unterhält enge Beziehungen zu ihren Verwandten in den umliegenden Schlössern, beispielsweise nach Londorf und Friedelhausen, und zum großherzoglichen, Darmstädter Hof, was entsprechende gesellschaftliche Kontakte mit sich bringt. Die Familie von Nordeck zur Rabenau ist beruflich eingebunden in militärische und staatliche Dienste. Installierte Fahnenmasten auf den beiden Südgiebeln des Schlosses und vor dem Westflügel wurden sicherlich bei herrschaftlichen Besuchen bzw. offiziellen Anlässen gehisst. Darüber hinaus engagiert sich die Familie auch für den Ort und die Bevölkerung Großen-Busecks durch Spenden für die Renovierung und Ausgestaltung der Kirche sowie durch die Beteiligung und Förderung des Frauenvereins und des Roten Kreuzes. Im Ersten Weltkrieg stellen sie ihr Schloss als Lazarett zur Verfügung.


Quelle: Parkpflegewerk Großen-Buseck, Herausgeber: Landesamt für Denkmalpflege Hessen Wiesbaden, erstellt von der Biebertaler Planungsgruppe, Seiten 19 bis 30