Freundeskreis Busecker Schlosspark

Freundeskreis Busecker Schlosspark e.V.

1945 bis 2007



1971 wird das Schloss mit sämtlichen zugehörigen Grundstücken an die Hessische Landgesellschaft verkauft. Nur das Schweizer Haus bleibt bis 1993 im Besitz der von Nordeck zur Rabenau und dient als Ferienhaus der Familie. Gutshof und Gärtnerei werden endgültig aufgelöst, die Schlossgebäude sollen abgerissen und das gesamte Areal durch Wohn- und Bürobebauung ersetzt werden. Lediglich 1/3 des Schlossparks rund um die Teiche soll als Erholungsfläche erhalten bleiben. In dieser Zeit wird das Anwesen weder gepflegt noch genutzt.
1974 werden auf Grundlage der Aussagen des Landesdenkmalamtes Schloss und Park unter Denkmalschutz gestellt und damit ein Abriss verhindert. Daraufhin kauft zwei Jahre später die Gemeinde Großen-Buseck das Schloss mit dem Parkbereich und richtet den Verwaltungssitz der neuen Groß-Gemeinde Buseck ein. Zum 1. Januar 1977 schließen sich die Ortsteile Alten- und Großen-Buseck, Beuern, Oppenrod und Trohe zur Gemeinde Buseck zusammen. Der Garten wird zum öffentlichen Park der Gemeinde.

Die Gärtnerei wird noch bis 1952 durch das Schloss bewirtschaftet und dann an das Hofgut angegliedert und verpachtet. Ernestine verfügt über ein Nutzungsrecht und Anteile am Ertrag. 1958 wird der Betrieb ganz eingestellt und die Fläche mit Rasen eingesät, Gewächshäuser und Heizhaus aber erst knapp 20 Jahre später abgerissen. Schloss und Park werden noch bis 1971 durch Angestellte gepflegt und der Garten als Erholungsraum für die Bewohner genutzt.

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Sichtbar vernachlässigtes Schloss um 1970 (Abbildung: Noppes: Das Schloss in Großen-Buseck)

Nach dem Krieg nimmt Ernestine zunächst Vertriebene auf, später dient es als Altersheim und im Anschluss als Jugendheim. In den 60er Jahren werden die Zimmer an Gießener Studenten vermietet. Die Erbin des Anwesens, Evamaria (Maja) von Nordeck zur Rabenau lebt als Tänzerin in Berlin. Nur Ernestine, ihre Tante, lebt von der Familie noch im Schloss und verfügt über Wohnrecht bis zu ihrem Tod im Jahr 1964. Durch die schlechte wirtschaftliche Lage der Nachkriegszeit und bedingt durch die wechselnden Bewohner beginnt in einigen Teilen des Parks der Verfall. Der Garten kann nicht mehr als Erholungsgarten gepflegt werden. Der Springbrunnen wird nicht mehr betrieben, Lauben und Pavillons nehmen Schäden. Der Rosenpavillon verfällt zusehends, die Rosen verwildern. Der Pavillon wird möglicherweise in seiner Höhe reduziert und in dessen Mitte eine Kastanie gesetzt. Aufgrund von Fotodokumenten und mündlichen Aussagen zum Baumbestand des Parks, vor allem entlang der nördlichen und östlichen Grundstücksmauer und dem heutigen Bestand, kann davon ausgegangen werden, dass während und nach dem Zweiten Weltkrieg, bis zum Verkauf des Schlosses, zahlreiche Bäume gefällt wurden, möglicherweise auch, um den Heizbedarf des Schlosses zu decken.
 
In den kommenden Jahren bis zum Beginn der 80er Jahre werden Schloss und Park renoviert und nach den neuen Nutzungsbedingungen umgestaltet. Die bis zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen, wenn auch in ausgesprochen schlechten Zustand befindlichen Ausstattungsgegenstände des Landschaftsparks, wie Laubengang, Bänke und Einsiedel-Pavillon werden entfernt. An Stelle des Tennisplatzes wird ein Parkplatz und in der Nähe der Teiche ein Kinderspielplatz angelegt. Der Springbrunnen ist bis zu diesem Zeitpunkt noch erhalten, seine Ränder werden abgetragen und die Fläche verfüllt. Zum Zustand des Laubenganges können keine genauen Aussagen getroffen werden, wahrscheinlich ist er schon stark verfallen. Die Fassade des Schlosses wird historisierend mit freigelegtem Fachwerk im Obergeschoss des Westflügels und Quadersteinen im Erdgeschoss des Südflügels gestaltet, um den historischen Hintergrund und Wert der Anlage zu verdeutlichen. Zufahrt und Innenhof werden neu gepflastert, die verbleibenden Parkwege behalten ihre wassergebundene Deckschicht.

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Westflügel des renovierten Schlosses um 1995 (Abbildung: Noppes: Das Schloss in Großen-Buseck)

Mehrere Scheunen und das Pächterhaus des Gutshofes müssen aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden. Zehntscheune und Ställe werden restauriert, durch neue Gebäude ergänzt und seither als Gemeinde-Bauhof genutzt. Dieser ist auch für die Unterhaltung des Parks zuständig. Später wird auch die Remise denkmalgerecht restauriert. Ein alter Steintisch wird im Bereich des Bauhofes von seinem Standort vor dem Pächterhaus an die Halbinsel des Teiches versetzt, die ursprüngliche Platte bleibt erhalten und wird auf einen neu aufgemauerten Sockel gesetzt.

Im Jahr 1999 wird mit dem Bau eines neuen Kulturzentrums im Süden des Grundstückes begonnen, bei dem Grundsteine des alten „Perches“ aus dem Mittelalter gefunden und dokumentiert wurden. Gut zwei Jahre später wird das Kulturzentrum fertig gestellt und am 31. Januar 2002 eingeweiht . Ende 2007 wird im Park ein Trainingsplatz für Senioren nördlich des Kulturzentrums vor der Parkmauer installiert.